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Die große Welt der Reitstiefel, bzw. Westernreitstiefel

 

Der Reitstiefel hat eine lange Geschichte und ist heute noch die Standardausstattung eines jeden Reiters. Dieser Schuh ist nach wie vor sehr traditionsbehaftet und wurde das Erste mal in den Jahren 15.000 – 13.000 v. Chr. bei Spaniern gesehen. Dies ist auf alten Gemälden dokumentiert, wobei hier Jäger abgebildet waren und nicht direkt Reitstiefel.

Auf aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gemälden ist bereits deutlich zu erkennen, dass die Reiter Stiefel tragen, die den heutigen Reitstiefeln schon sehr ähnlich sahen.

Heute gibt es die unterschiedlichsten Arten von Reitstiefeln. Sie unterscheiden sich nach dem Material, dem Schnitt und auch danach, zu welcher Teildisziplin des Reitsportes sie benutzt werden.

Der Reitstiefel ist nach der Hose und dem Helm wohl das wichtigste Teil der Ausrüstung des Reiters. Vor allem aus Sicherheitsgründen sollte stets ein spezieller Reitstiefel getragen werden. Die Besonderheit eines solchen Schuhes besteht darin, dass die Sohle aus einem einzigen Stück besteht und am hinteren Teil bei der Ferse einen kleinen Absatz hat. Dadurch kann verhindert werden, dass bei einem Sturz der Fuß durch den Steigbügel rutscht.

Es gibt für sämtliche Teilsportarten des Reitsports eine spezielle Art von Stiefel. Hauptsächlich gibt es die Dressurstiefel, die Springstiefel, die Polostiefel, die Westernstiefel, die Stiefeletten, die Chaps und die Thermoreitstiefel.

Thermoreitstiefel

Die Thermoreitstiefel werden hauptsächlich im Winter benutzt. Sie sind meist mit einem Felleinsatz versehen, und haben besondere Klettverschlussmöglichkeiten an der Seite der Schenkel. Vor allem im Schnee werden diese Reitstiefel sehr gern getragen. Aufgrund des Felleinsatzes wird allerdings die Bewegungsfreiheit und auch die Sensibilität bei der Hilfengebung eingeschränkt. Somit werden diese Schuhe hauptsächlich im Bereich des Freizeitreitens eingesetzt.

Dressurstiefel

Der Dressurstiefel hat einen hohen Schaft, eine schlanke Form und lässt das Bein des Reiters ruhiger am Pferd liegen, und das Bein des Reiters scheint länger. Dieser Schuh hat wohl die klassischste Form aller Reitstiefel. An der spanischen Hofreitschule zum Beispiel wird der klassische Dressurstiefel noch zusätzlich erhöht, durch eine Anbringung über dem Knie. Dadurch wird vor allem bei der Bodenarbeit die Kniescheibe geschützt. Der Dressurstiefel im Allgemeinen ist immer mit einer Ledersohle ausgestattet. Sie ist besonders glatt, was ein schnelles herausrutschen des Fußes aus den Steigbügeln bei einem Sturz ermöglicht. Da diese Stiefel sehr hoch sind wird als Hilfe zum anziehen oft ein Reißverschluss am Schaft angebracht. Häufig wird auch eine Schnürverbindung am Stiefel angebracht. Die Ferse des Schuhes ist noch besonders verstärkt, sodass die Ferse stabilisiert wird und das Anbringen von Sporen erleichtert wird.

Springstiefel

Der Springstiefel ist aus einem wesentlich flexibleren Leder gefertigt. Dies ermöglicht dem Reiter eine wesentlich höhere Beweglichkeit des Beines. Oft wird an diesem Stiefel eine Verstärkung nach oben hin angebracht, die auch farblich abgesetzt werden kann. Diese hat die Funktion das Bein vor Ästen zu schützen, da dieser Stiefel auch bei Jagden und Geländeritten gerne eingesetzt wird. Auch hier kann ein Reißverschluss am Schaft angebracht sein, was allerdings weniger üblich ist, als beim Dressurstiefel. Die Sohle ist nicht so glatt, wie beim Dressurstiefel, da ein gewisser Halt beim Springsitz des Reiters gewährleistet sein muss.

Der Polostiefel unterscheidet sich auf den ersten Blick hauptsächlich durch die Farbe. Während der Dressur- und Springstiefel meist in Schwarz gehalten wird, ist ein Polostiefel immer Braun.

Als preiswerter und vor allem für Freizeitreiter bequemer Ersatz für Reitstiefel werden auch gerne Stiefeletten verwendet. Dies sind Schuhe, die ebenfalls einen kleinen Absatz an der Ferse haben, um das Durchrutschen des Fußes bei einem Sturz zu verhindern. Sie reichen gerade einmal bis knapp über den Knöchel. Vor allem Freizeitreiter benützen diese Schuhe gerne bei längeren Ausritten, bei denen der Reiter auch teilweise absteigt und sein Pferd durch schwieriges Gelände führt. So dienen diese Schuhe auch als Wanderschuhe, oder als Freizeitschuhe im Stall.

Zu den Stiefeletten werden beim Reiten selbst entweder eine Jodhpur-Reithose oder so genannte Chaps getragen. Chaps sind aus reinem Leder und werden so zu sagen als Ersatz für den Schaft des Stiefels um die Wade geschnallt. So hat der Reiter einen besseren Kontakt zwischen Schenkel und Pferdebauch.

Neben den so genannten klassischen Disziplinen im Reitsport gibt es auch noch das Westernreiten. Hier wird ebenfalls spezielles Schuhwerk benötigt. Normalerweise ist dieser Stiefel nicht so hoch wie die oben genannten. Hier wird vor allem auf Bequemlichkeit und Schutz des Fußes Wert gelegt. Als Arbeitsschuh wird dieser Stiefel oft den ganzen Tag getragen. Zum reiten selbst werden dann Chaps zusätzlich getragen.

Western

Die Westernreitstiefel sind auch besser bekannt als Cowboystiefel. Diese Schuhe werden oft in den Vereinigten Staaten von Amerika, aber auch in Europa als modische Straßenschuhe getragen. Meist werden die Schuhe abhängig davon, ob Damen- oder Herrenschuh noch mit zusätzlichen Mustern, Bändchen und anderen dekorativen Applikationen versehen.

Die Variante der Stiefeletten mit Chaps kann oft sehr teure Reitstiefel gut ersetzen. Auch sind die Stiefeletten im Alltag oft gut zu gebrauchen, etwa als Wander- oder Freizeitschuh.

Preisliche Unterschiede

Preisliche Unterschiede bei den Stiefeln ergeben sich hauptsächlich aufgrund der unterschiedlichen Materialien. Gerade für Reitanfänger sind oft die wesentlich preiswerteren Stiefel aus Gummi ausreichend. Wenn der Reiter in ein höheres Niveau wechselt, ist es aber oft unerlässlich hochwertige Lederreitstiefel zu kaufen. Gerade für die Sicherheit des Reiters sind diese unerlässlich und es sollte besser einmal ein hochwertiges Paar gekauft werden. Unbedingt ist bei Stiefeln, die einen Reißverschluss entlang des Schaftes haben, darauf zu achten, dass dieser zwar gut anliegt, jedoch nicht zu sehr unter Spannung steht. Wenn er von minderer Qualität ist, oder zu hohen Belastungen durch Spannung ausgesetzt ist, kann er schnell kaputt gehen. Wegen eines Reißverschlusses muss allerdings nicht der ganze Stiefel hinüber sein. Bei den meisten Schustern können neue Reißverschlüsse eingesetzt werden.