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Damenstiefel – Der etwas andere Schuh

 

Im Jahre 15.000 – 13.000 vor Christus wurde bereits die erste Stiefel ähnliche Schuhbekleidung getragen. Die damaligen Jäger trugen diese als Beinschutz bei der Jagd. Diese Schutz Funktion hat sich bis heute nicht geändert. Der Stiefel schützt vor Kälte und schlechten Wetter er wird aber auch zur Freizeit oder Berufsbezogen getragen.

Die vornehme Damenwelt eroberte der Stiefel als Reitstiefel, war es doch unbequem mit Pumps oder Halbschuhen zu reiten. Im 16. Jahrhundert hatte der Reitstiefel einen Absatz der für den Wohlstand des Adels stand jedoch wurde der Absatz in der Französischen Revolution wieder abgeschafft. In diesen Jahrhundert war man auch der Meinung das es sich mit einen Absatz im Steigbügel besser reiten ließe. Nach der Abschaffung des Absatzes der Schuhe bemerkte man jedoch, dass der Absatz zwar beim Reiten gut war, jedoch konnte man leicht in den Steigbügeln hängen blieben und vom Pferd mitgezogen werden wenn man abgeworfen wurde. Der neue Reitstiefel nach der Revolution verhinderte dies. Er hatte keinen Absatz sondern eine durchgehende Besohlung. Nicht nur der Absatz war ausschlaggebend, dass die vornehmen Damen Stiefel beim Reiten anfingen zu tragen, sondern auch der beinhohe Schafft der einen Schutz für die Beine gab trug dazu bei. Im 16. / 17. und 18. Jahrhundert gab es außer den damaligen langen Unterhosen noch keine Strumpfhose oder sonstiges, was vor der Kälte schützen konnte. Ein weiterer Vorteil: Das Unterbein wurde beim Reiten verschont vor Aufreibungen, die damals häufig vorkamen. Der Stiefel etablierte sich als ein modernes Schuhwerk und erhielt auch im Alltagsleben eine größere Bedeutung. Der Stiefelschafft wurde nicht nur mehr aus Leder hergestellt, sondern ebenfalls aus teuren Stoffen gefertigt, wie Seide oder Brokat. Der Schlupfstiefel bekam eine Seitennaht und wurde mit Schnüren oder mit Knöpfen geschlossen.
Damals konnten sich nur die feinen Damen Stiefel leisten. Bäuerinnen, Mägde oder Zofen konnten sich keine Stiefel leisten. Sie wickelten sich Stoffe, Lederstreifen oder Felle über die Schuhe, um so einen Stiefel zu ersetzen. Sollte eine Zofe das Glück haben von Ihrer Herrin alte Stiefel zu bekommen, war der Neid der anderen ziemlich groß – schließlich hatten ja nur die Privilegierten solchen Schuhputz.
Anfang des 19 Jahrhundert setzte sich der Absatz wieder durch, war aber nicht geschlechtsgebunden. Männer wie Frauen trugen Absätze. Ende des 19. Jahrhunderts ging er aber in die Frauenwelt über. Männer trugen nur noch kleine Absätze.
Die Form des Reitstiefels von damals hat sich nicht viel geändert im Vergleich zu den heutigen Stiefeln. Damals wurden diese Reitstiefel in Leder gefertigt – heute allerdings größtenteils aus Gummi hergestellt.

damenstiefel

Ein Stiefel besteht aus einem Schuhboden, den Fußteil und dem Schuhschafft. Die Schafftlänge ist ausschlaggebend ob der Stiefel eine Stiefellette, ein Halbschafft- oder Langschafftstiefel oder ein Überkniestiefel ist. Auch gibt es verschiedene Schnittformen des Schafftes wie den Seitenteilschnitt oder den Kropfschnitt wodurch sich die Stiefel aber wenig voneinander differenzieren.
Der Stiefelschafft wird heutzutage aus verschiedenen Materialien angefertigt, verwendet werden meist Leder, Lack, Latex, Filz oder Fell. Der Absatz wird ebenfalls aus verschiedenen Materialien hergestellt so wird z.B. Kork, Metall, Gummi, Holz oder Leder verwendet.
Im 19. Jahrhundert eroberten verschiedene Modelle an Stiefeln die Welt wobei sich Herren- und Damenstiefel in nichts unterschieden. Der Wellington-, der Hessen- oder der Jakobinerstiefel haben sogar bis heute überlebt in der Welt des Stiefels.
Selbst heute unterscheiden sich Damen- und Herrenmodelle oft nur durch die Leistenform und der Absatzhöhe.
Wichtig ist bei einem guten Stiefel die Passform, damit auch ein angenehmes Laufen möglich ist. Der Stiefel sollte eng am Fußrist anliegen und mit einen Reis- oder Riemenverschluss oder auch einen Schnürverschluss geschlossen werden. Diese enge Passform ist bei den so genannten Schlupfstiefeln nicht vorhanden. Schlupfstiefel lassen sich auch nur ohne Probleme an- und ausziehen, wenn eine ausreichende Weite an der Stiefelbiegung gegeben ist. Bei manchen Modellen gibt es den Unterschied zwischen Damen- und Herrenmodellen. Bei den Damen wird meist ein dünneres und dehnfähigeres Material verwendet, als bei den Herren.

Ende des ersten Weltkrieges verlor der Stiefel oder Modelle mit höheren Schafft seine Bedeutung. Zum einen konnte keiner sich mehr solches Schuhwerk leisten, wenn überhaupt dann nur einfache Schuhe und zum zweiten hieß es: Stiefel seien im Gegensatz zu Halbschuhen unbequem.
Erst später erinnerte man sich an die Schutzfunktion der Stiefel wieder. Im zweiten Weltkrieg wurden Kampfstiefel und Fallschirmspringerstiefel wieder hergestellt.
Der Stiefel setzte sich wieder durch und fand auch einen neuen Markt. Wurde er doch für viele Sportarten abgeändert oder fand auch in beruflichen Einsätze seine Bestimmung. Gerade im Baugewerbe aber auch bei der Feuerwehr ist der Sicherheitsstiefel heute das oberste Gebot der Sicherheitsvorschriften.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Stiefel für Männer und Frauen doch sehr Mode abhängig.
In den 50er Jahren waren knielange Röcke oder Kostüme der Hit wozu man Stiefel getragen hatte.
Ein Jahrzehnt später in der Hippie Zeit wo sehr kurze Hosen oder Miniröcke voll der Trend waren, trug man wieder Stiefel dazu. Aber auch in der Flower Power Zeit fanden Stiefel ihre Bedeutung in der Mode.
In den 70er Jahren erlebte der Stiefel einen Boom nicht nur bei den Frauen wie zuerst, auch bei den Männern. Der Plateaustiefel mit einer Absatzhöhe bis zu 40 Zentimeter je nach Höhe des Plateau war ein neuer Durchbruch für den Stiefel.
Diese Plateaustiefel gab es schon etwas früher. Allerdings wurden sie, wie die Overknees-Stiefel, nur von Frauen im Rotlicht Milieu getragen.
Aus diesen Grunde waren sie gerade bei jungen Leuten aufgrund der herrschenden Mode beliebt – von den älteren aber abgewertet durch ihren schlechten Ruf.
Jedoch setzten sich auch die Overknees in den 80er Jahren durch und wurden zu einenm Renner in der Welt der Mode. Diese Overknees wurden zu Miniröcken aber auch zu hautengen Jeans (so genannte Röhrenjeans) oder zu Leggins getragen. In den 80er Jahren wurden sie aus Leder gefertigt. Inzwischen werden sie auch in Latex hergestellt und finden einen hohen Absatzmarkt in der Fetischszene.