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High Heels – Über Lust, Frust und die legendäre Geschichte dieser Stiefel am Frauenfuß

 

Der „High Heel“, die sogenannte „hohe Hacke“, ist mehr als nur ein Damenschuh. Die klassische und immer noch moderne Ausführung des schmalen Schuhes und seines fast schon legendär hohen Absatzes steht bereits seit Jahrzehnten für Eleganz und Verführung zugleich.

Der High Heel ist Objekt der Begierde unzähliger modebewusster Frauen weltweit und fast jede Vertreterin des weiblichen Geschlechtes wird zumindest ein Paar davon im Schrank oder einige wacklige Gehversuche auf ihnen versucht haben. Ob man sich nun zu den Besitzerinnen des viel besagten femininen Schuhwerks zählt oder man es noch werden möchte, die ersten (sicheren) Schritte in High Heels können süchtig machen.

Nicht jeder Damenschuh mit Absatz ist sogleich als High Heel zu bezeichnen. Grundsätzlich spricht man von ihnen als solchen ab einer Absatzhöhe von mindestens 10 cm, wobei die Höhe des Absatzes, jedoch nicht die Ausführung oder Gestaltung ausschlaggebend für die Bezeichnung des einzelnen Schuhs als „High Heel“ ist. Die Ausführung des Absatzes kann sehr unterschiedlich ausfallen und reicht von Pfennig- über Plateau- bis hin zu über 14 cm hohen „Skyscraperabsätzen“.
Ebenso unterschiedlich wie die einzelnen Geschmäcker ihrer Trägerinnen gestalten sich auch Materialien und Formen des High Heel. Von Lack über Leder bis hin zu Kunstmaterialien jeglicher Farb- und Mustergestaltung sind High Heels zu erwerben, und ob man die klassisch geschlossene, extravagante seitlich offene oder die aktuelle „peeptoe“ Ausführung bevorzugt, obliegt dem eigenen Geschmack und der Kombination zum jeweiligen Outfit.

Der Ursprung des hohen Absatzes zieht sich über viele Jahrhunderte durch die Geschichte. So wurden bereits die ersten „Vorläufer“ unserer heutigen Pfennigabsätze aus dem Jahr 1000 vor Christus stammend in einem in einem Grab in im altägyptischen Theben gefunden. Weitere Funde aus den folgenden Jahrhunderten belegen, dass die hochhackigen Schuhe nicht nur eine kurzzeitige Erfindung der alten Ägypter waren, sondern in abgewandelter Form im Laufe der folgenden Jahrhunderte immer wieder zum Thema gemacht wurden. Heutzutage ist anzunehmen, dass das Tragen hoher Absätze im Altertum nur einer gesellschaftlich höheren Schicht vorbehalten war und somit als Statussymbol galt. So wurden zum Beispiel im Griechenland des Altertums Schauspieler diverser Theaterstücke mit unterschiedlich hohen Schuhen ausgestattet, die in ihrer Form unseren heutigen Plateaustiefeln ähneln, um deren gesellschaftlichen Stand den Zuschauern zu verbildlichen.

Galt Schuhwerk mit entsprechendem Absatz bis ins Mittelalter noch als Zeichen von Status und Stand und genoss nebenbei einen sexuellen Aspekt, so konnte das Tragen hoher Schuhe in jenem dunklen Zeitalter zur Deklarierung als Hexe und einem damit verbundenen Prozess führen, der nicht selten auf dem Scheiterhaufen endete. Frauen, die entsprechendes Schuhwerk trugen, galten oftmals als „Männerverführerinnen“ und „Teufelsbuhlen“ . Doch zum Glück der Frauenwelt hielt diese allzu düstere Einstellung gegenüber Trägerinnen hoher Absätze nicht lange an, und bereits zu Zeiten Casanovas wurde oftmals von diesem seine Vorliebe für hochhackige Frauenschuhe an schönen Beinen in seinen Memoiren zum Ausdruck gebracht.

Am französischen Hofe wurde es bereits zu Zeiten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Gepflogenheit, hohe Absätze zu tragen, und somit die eigene, ein wenig zu kurz geratene Statur quasi emporzuheben. Interessant ist, dass bis zur französischen Revolution im späten 18. Jahrhundert Schuhwerk mit Absatz von Männern und Frauen gleichermaßen getragen wurde.

Wer nun wann genau die eigentliche Form des heutigen High Heels erfand, konnte bis zum heutigen Tage nicht wirklich geklärt werden. Fakt ist allerdings, dass der große weltweite Durchbruch des hohen Damenschuhs in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts erfolgte, und Hollywood Stars wie Marylin Monroe trugen erheblich dazu bei, dass der High Heel endgültigen Einzug in die Schuhschränke der Damenwelt hielt. Fast 20 Jahre trugen Frauen, die Wert auf Eleganz und Mode legten, die klassische Stiletto- oder Pfennigabsatzvariante des High Heels, bis diese in den 70er Jahren vermehrt durch klobige Plateauabsätze abgelöst und ersetzt wurden. Im Zuge der voranschreitenden Emanzipationswelle der frühen 80er Jahre galten hohe Absätze als „Folterinstrument“ der weiblichen Fußwelt und mussten somit vermehrt flachen und bequemen Schuhen weichen.

Natürlich trugen Frauen weltweit trotz aller modischen ups and downs bis zu den späten 90er Jahren weiterhin High Heels, doch das endgültige und andauernde Comeback feierte der schmale Schuh zu Beginn des neuen Jahrtausends, als verschiedenste Designer sich des attraktiven Looks besannen und Serien wie „Sex an the city“ das Tragen von High Heels nahezu glorifizierten.

Unumstritten ist es, dass Stiefel, Ballerinas und Sneakers sich im Gegensatz zu High Heels als weitaus bequemeres alltägliches Schuhwerk präsentieren, doch müssen die hohen Absätze nicht immer zwangsläufig zu schmerzenden Füßen führen. Qualitativ gute und vor allen Dingen passende High Heels stechen ihre Schuhkonkurrenten im „Bequemlichkeitsvergleich“ fast mühelos aus, und die optischen Vorzüge, die ein High Heel zu bieten hat, stehen im direkten Kontrast zu den manchmal ein wenig klobig wirkenden Schuhgeschwistern Stiefel und Co.
Zugegeben erfordert das Tragen und Laufen von High Heels ein wenig Übung, doch strecken die schmalen Schuhe Frauenbeine scheinbar bis ins Unendliche und verleihen ihrer Trägerin einen aufrechten, feminin wirkenden Gang. Zudem werden elegante Abendkleider oder alltägliche Kleidungsstücke durch High Heels optisch aufgewertet und das Gesamtbild des Outfits dadurch optimiert.

Nicht jeder Frau fällt das Gehen auf den hohen und mitunter sehr schmalen Absätze leicht. Viele scheitern während ihrer ersten Gehversuche mehrmals und verbannen ihre High Heels resigniert im Schuhschrank, andere Frauen dagegen scheinen mit High Heels an den Füßen regelrecht geboren zu sein und beherrschen den aufrechten und wackelfreien Gang auf ihnen makellos.
Das Geheimnis des sicheren Laufens auf High Heels sind durchgesteckte Beine und eine aufrechte Haltung. Natürlich wird niemand mit der Fähigkeit auf hohen Absätzen laufen zu können, geboren, doch mit mehr oder weniger viel Übung gelingt es jeder Frau, sicher die Balance halten zu können. Werden die ersten High Heels zu einem Anlass erworben, sollte das Gehen auf ihnen unbedingt vorab geübt werden, um unschöne Stolperaktionen zu vermeiden. Das ständige Tragen vorab in der eigenen Wohnung ist immer noch die beste Übungsmethode, um den sicheren Gang auf High Heels zu erlernen. Blasen und Balanceprobleme lassen sich vor allem zu Anfang der Gehversuche nicht vermeiden, doch stetige Übung führt zu einem sicheren Stand und Schritt auf den „hohen Hacken“, die sowohl im Alltag als auch zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder Partys getragen werden können und zu nahezu jedem Outfit passen.